Kunst und Trödel

 


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Alt 10.01.2020, 17:31   #1
Boiled_frog
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Standard Schmiedeeisernes Kreuz

Guten Tag,

dies ist mein erster Beitrag hier. Der Opa meiner Freundin ist gestorben und nun haben wir hier einige mehrheitlich religiöse Hinterassenschaften, über die ich gerne mehr erfahren würde.

Der erste Gegenstand ist ein massives schmiedeeisernes Kreuz. Eventuell ein Grabkreuz. oder Wegekreuz. H. 150cm B: 53cm.

In dem aufklappbaren Kasten ist ein Bildnis und die Unterschrift könnte Hl. Kunigunde heißen. Auf der Innenseite des Türchens ist ebenfalls eine Innschrift zu erkennen, von der allerdings nur noch der erhabene Anfang zu lesen ist und vermutlich steht dort: "Hier ruhet Kunigunde ...."

Es ist nichts weiter über dieses Kreuz bekannt.

Mich würde das Alter interesissieren. Evtl auch Preistendenzen und Tipps, wo man dieses Kreuz veräußern könnte.

Viele Grüße,

Florian
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Alt 10.01.2020, 18:30   #2
Numis-Student
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Hallo und herzlich willkommen im Trödelforum

Die Inschrift "Hier ruhet Kunigunde..." lese ich auch, damit ist es eigentlich ziemlich sicher ein Grabkreuz.
Ich würde es irgendwo im 19. Jhdt. einsortieren, eher vor 1860/1870 als später.

Evtl. können die Kollegen noch mehr zu Datierung, Zuordnung und Wert sagen.
__________________
Schöne Grüße,
MR
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Alt 11.01.2020, 09:33   #3
Boiled_frog
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Vielen Dank für die Antwort. Ich bin gespannt, ob da noch was kommt.
Florian
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Alt 11.01.2020, 15:10   #4
Winfried
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Hallo Boiled_frog,
(hast Du das mit dem Frosch mal überprüft?)

und herzlich willkommen im KuT, schön, dass Du Dich bei uns angemeldet hast.

Dein Kreuz sehe ich in zwei Teilen, dem Kreuz aus jüngerer Zeit und dem "Marterl"-kästlein aus älterer Zeit. Vielleicht ist auch nur das ältere Bild der Hl. Kunigunde in dem Kästlein eingebaut worden. Ein Loch links im Bild und der merkwürdig nach innen gedrückte Rand lassen mich aas schließen. Das Kreuz würde ich aufgrund seines Rundstahlaussehens und die ausgeschmiedeten Blätter um die Jahrhundertwende 18/19. Jahrh, datieren, das Kästlein bzw. nur das Bild 100 Jahr zuvor, Ende 17. Anfang 18. Jahrhundert. Mir ist nicht bekannt, dass der Name einer*s Verstorbenen auf die Türinnenseite eines Grabkreuzes aufgebracht wurde, und damit bei geschlossenem Türchen dem Blick des Friedhofbesuchers verborgen bleibt. Aber vielleicht ist das ja irgendwo Brauch.
Alle in allem ein hübsches Kreuz, welches bestimmt 200 - 400 € bringen kann.
__________________
Liebe Grüße - Winfried



Das Bildchen zeigt ein Raerener Narrenpfeifchen des 16. Jahrhunderts aus Steinzeug

Meine Wertbestimmungen und sonstigen Aussagen erfolgen nach bestem Wissen. Sie sind jedoch ohne Gewähr.
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Alt 11.01.2020, 23:57   #5
Edixa
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Die Dame mit den langen Haaren und der Krone auf de Bild ist ziemlich sicher die Hl Kunigunde, Kaiserin und Gemahlin von Heinrich II 1004 gekrönt. Sie wird vor allem im Raum Bamberg und Eichstätt verehrt. Der Palmzweig weist allerdings auf eine Märtyrerin hin, was sie nicht war, obwohl sie um ihre Unschuld zu beweisen über glühende Pflugscharen lief. Das Teil unter der rechten Hand könnte eine sein. Aber man sollte mal ganz genau hinschauen ob die Verfärbung auf dem Gesicht einen Bart darstellte oder nur Rost. Ist es Farbe könnte es auch die Hl Kumernus sein, eine Königstochter und Märtyrerin. Ihr lies Gott auf ihren Wunsch einen Bart wachsen um lästige Verehrer zu verscheuchen.

Geändert von Edixa (12.01.2020 um 00:01 Uhr)
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Alt 12.01.2020, 16:30   #6
Boiled_frog
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Zitat:
Zitat von Edixa Beitrag anzeigen
Aber man sollte mal ganz genau hinschauen ob die Verfärbung auf dem Gesicht einen Bart darstellte oder nur Rost. Ist es Farbe könnte es auch die Hl Kumernus sein, eine Königstochter und Märtyrerin. Ihr lies Gott auf ihren Wunsch einen Bart wachsen um lästige Verehrer zu verscheuchen.
Das sind ja wirklich schon mal sehr interessante Informationen von euch! Ich werde das nochmal genau nachsehen. Das Loch und den "Bart" werde ich inzpizieren.
Hat jemand eine Idee, wo man das noch einmal professionell anschauen lassen könnte? Wir wohnen bei Isny im Allgäu. Vielleicht hat ja jemand eine Adresse.
Wie oder wo verkauft man ein solches Stück am besten?
Viele Grüße,
Florian
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Alt 12.01.2020, 22:31   #7
Edixa
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Nachdem ich festgestellt habe das manchmal auch Adlige mit den Palmzweig der Märtyrer dargestellt wurden ( insbesondre wenn sie Kreuzzüge mitfinanzierten ) denke ich dass es sicher Kunigunden ist.

Dazu Friedrich Schiller :

»Du bist des Todes, Bube, sprich!«
Ruft jener streng und fürchterlich.
»Wer hebt das Aug zu Kunigonden?«
»Nun ja, ich spreche von dem Blonden.

Er ist nicht häßlich von Gestalt«,
Fährt er mit Arglist fort,
Indems den Grafen heiß und kalt
Durchrieselt bei dem Wort.
»Ists möglich, Herr? Ihr saht es nie,
Wie er nur Augen hat für sie?
Bei Tafel Eurer selbst nicht achtet,
An ihren Stuhl gefesselt schmachtet?.,,,,

Wers wissen will wie die Fesselage ausgeht muss nur nach "Der Gang nach dem Eisenhammer " googlen
Es lohnt sich wenigstens die ersten Zeilen zu behalten, sie lassen sich zuhause oder im Umgang mit Behörden trefflich nutzen.
Ganz profan : Ich bin nicht so optimistisch was den Preis angeht, unrestauriert wirds niemand so aufstellen wollen, und die Kosten dafür dürften dem Verkaufspreis entsprechen, sei denn man macht es selber. Ich würde es einem Steinmetz oder einem Bestatter anbieten.
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Alt 12.01.2020, 23:29   #8
Numis-Student
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Zitat:
Zitat von Edixa Beitrag anzeigen

Ganz profan : Ich bin nicht so optimistisch was den Preis angeht, unrestauriert wirds niemand so aufstellen wollen, und die Kosten dafür dürften dem Verkaufspreis entsprechen, sei denn man macht es selber. Ich würde es einem Steinmetz oder einem Bestatter anbieten.

Hallo,

bitte nicht "einfach mal eben selber restaurieren": https://www.focus.de/panorama/boulev...id_805259.html

Ich finde es eigentlich auch so in diesem Zustand ganz dekorativ. Leider ist aktuell der Markt für religiöse Kunst ziemlich am Boden.
__________________
Schöne Grüße,
MR
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