Kunst und Trödel

 


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Alt 20.12.2017, 20:33   #1
Meilenstein
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Standard Stempeluhr ?

Hallo zusammen ich suche da eine Wanduhr für meine ELtern und habe da diese tolle Uhr in einem Trödelladen gefunden, der Besitzer sagt das es eine Stempeluhr sein.
Ich seh da bloß nix zum Stempeln und bei google habe ich diese Uhr auch nicht gefunden. Ich hoffe das jemand diese Wanduhr bestimmen kann.

MfG Meilenstein
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Alt 20.12.2017, 20:53   #2
Numis-Student
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Hallo,
Hilfreich wären weitere Bilder, zB von dem Herstellerschildchen oben, vom Werk etc.
__________________
Schöne Grüße,
MR
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Alt 20.12.2017, 21:04   #3
Meilenstein
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habe leider nur das eine Foto
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Alt 20.12.2017, 21:31   #4
Winfried
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Hallo Meilenstein,

und zuerst einmal ein herzliches Willkommen im KuT.
Die Wanduhr, die Du hier zeigst, ist, obwohl ein Teil der Uhr von Weihnachtsgirlanden abgedeckt ist,
eine Hauptuhr, bzw. eine Mutteruhr. Diese, ziemlich genau gehenden,
Uhren wurden benutzt, um Nebenuhren anzusteuern. Dazu wurde von außen
zugeleitete Netzspannung in Gleichspannung mit geeigneter Voltzahl transformiert
und mit Hilfe des Schaltrades (hier: Tag-Nacht), in
welches Schaltstifte eingeschraubt wurden, unterbrochen oder
geschlossen. Oft wurden über diese Uhren auch Signalhörner oder Glocken betrieben
(siehe Schuluhren). Das Schaltrad wird vom Uhrwerk angesteuert.

Leider kann ich den Hersteller der Uhr nicht lesen, das Foto ist dafür zu klein. Die Uhr,
die Du hier zeigst, besitzt wahrscheinlich ein 3/4 Sekunden Pendel. Die Pendelstange
ist hier aus Holz, welche vor Erfindung der temperaturunempfindlichen
Invarlegierung üblicherweise aus Holz gefertigt war. Eine Invarstahl-Pendelstange
ist erheblich präziser und war auch um einiges teurer in der Anschaffung der Uhr.

Ein 3/4 Sekunden Pendel schlägt pro Minute 80 mal. Der Sekundenzeiger tickt also bei einem
Umlauf 80 mal, beschreibt dabei aber nur 60 Sekunden (1 Minute). Das heißt,
dass auf dieser Uhr eine genau Ablesung der Sekunden im Schlag nicht wirlich möglich ist.

Da ich kein Aufzugsloch im Zifferblatt sehe, gehe ich davon aus, dass Deine Uhr
elektrisch aufgezogen wird. Eine Gangreserve mit Kettengewicht (wenn der
Strom ausfallen sollte) kann ich nicht erkennen, mag aber durchaus verbaut
sein.
Eine Stempeluhr aus der Zeit Deiner Uhr hat immer ein Stempelwerk vorgebaut.
Mit Stempel und Stempelkissen und der Mechanik, die dazu gehört. Dieser Vorbau ist
fast immer am unteren Ende angebracht, sodass die Uhr auch ohne an der Wand
zu hängen, damit aufrecht stehen kann.

Zum Wert der Uhr mag ich schätzen:
Wenn es sich bei Deiner Uhr nicht um ein äußerst seltenes Teil einer hoch
anerkannten Firma handelt, mag der Wert zwischen 120 und 300 Euronen
liegen.
Die Firmen, die in Deutschland solche Uhren produziert haben sind u.a. Bürk,
T&N, Siemens, RFT (DDR), Elfema usw.

Gesucht sind heute Mutteruhren mit Sekundenpendel. D.h. 60 mal
Ticken mit längerem Pendel. Wurden damals ca. 1000 Uhren
mit 3/4 Sekundenpendel verkauft, so wurde im gleichen Zeitraum
nur 1 Uhr mit dem langen Sekundenpendel verkauft, da sie erheblich
teurer waren. Die Ganggenauigkeit einer Sekundenpendel Bürk liebt
bei 0,4 sec. am Tag.

Hatten die Uhren gläsere Quecksilberschalter im Inneren, so waren
die Vertreter der Uhrenfirmen ab den 80-90iger Jahren des
20igsten Jahrhunderts gehalten, diese Uhren außer Betrieb zu nehmen
(zu entsortgen). Zu schnell war solch ein Schalter zerbrochen und dann lief
das giftige Quecksilber über den Fußboden. Das Verbot der
Quecksilber Fieberthermometer ging mit dieser Uhren-Maßnahme Hand in Hand.
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Liebe Grüße - Winfried



Das Bildchen zeigt ein Raerener Narrenpfeifchen des 16. Jahrhunderts aus Steinzeug

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Alt 20.12.2017, 22:22   #5
Meilenstein
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WInfried vielen dank für deine ausführliche Antwort.

Zitat:
Wenn es sich bei Deiner Uhr nicht um ein äußerst seltenes Teil einer hoch
anerkannten Firma handelt, mag der Wert zwischen 120 und 300 Euronen
liegen.
Um was für eine Firma handelt es sich die so hoch anerkannt ist?

Zitat:
Da ich kein Aufzugsloch im Zifferblatt sehe, gehe ich davon aus, dass Deine Uhr
elektrisch aufgezogen wird. Eine Gangreserve mit Kettengewicht (wenn der
Strom ausfallen sollte) kann ich nicht erkennen, mag aber durchaus verbaut
sein.
Heißt dass das die uhr mit Strom betrieben werden muss ?
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Alt 21.12.2017, 02:42   #6
Winfried
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Lieber Meilenstein,

Zu Deiner ersten Frage: z.B. eine Bahnhofs Mutteruhr Carl Theodor
Wagner, die sollte damals ca. 2300,- Euronen kosten, oder
englische Mutteruhren, die hier bis 1000,- Euro angeboten werden,
wie Magneta Electric Master Clock, die je nach Model über
1000,- Pfund kosten. Aber dafür gibt es Hauptuhrsammler, die diese
Frage besser beantworten können.

Um Deine zweite Frage beantworten zu können, müsste man die Uhr
von innen sehen, oder der Minuten-Zeiger sollte wenigstens von der
Sechs weggedreht werden, vielleicht ist ein Aufzugloch dahinter. Wenn
keines da ist, und wenn kein Gewicht per Kette per Hand hochgezogen
werden kann
(und das ist bei dieser Uhr bestimmt nicht der Fall), ja dann wird der
Aufzug per Elektromotor vollzogen. Das ist ja auch viel bequemer, als
ein Aufzug händisch per Schlüssel.

Zu meiner Person möchte ich noch anmerken, ich bin kein Sammler
von Schaltuhren, ich habe zwei Mutteruhren bei mir an der Wand, eine
Bürk 3/4 Sekunde und eine Bürk 1 Sekunde. Beide mit Schaltrad, wie
bei Dir, und beide mit Präzisions-Invarpendel. Beide Uhren habe ich
zerlegt, gereinigt und neu geölt. Sie laufen beide wunderbar. Allerdings
muss man sich mit dem deutlichen Ticken und den leisen Aufzugeräuschen,
die jede Minute für 5 Sekunden zu hören sind, anfreunden. Die beiden
Uhren stammen aus den späten 50igern bzw. frühen 60igern und haben
das bekannte Holzgehäuse. Bürk habe ich mir ausgewählt, da es von
dieser Firma immer noch Präzisionspendelfedern gibt und diese Uhren
von äußert hoher Qualität sind. Das Gewicht hinter dem Schaltrad treibt die Uhr an.
Dieses wird jede Minute von einem Elektromotor eine winzige Strecke aufgezogen.
Es hängt in einer Rundlaufkette, und wenn der Strom zum Aufziehen
ausfällt, treibt das Gewicht die Uhr noch für knapp 24 Stunden im
Reservelauf an. Ist inzwischen der Strom wieder da, wird das Gewicht
wieder bis zum Anschlag aufgezogen. Dabei bleiben alle programmierten
Schaltvorgänge erhalten, und die Uhr läuft weiter, als wäre nie
etwas gewesen.
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Alt 21.12.2017, 20:55   #7
Meilenstein
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ich habe heute noch paar Fotos gemacht
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Alt 22.12.2017, 02:22   #8
Winfried
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Da zeigst Du eine Uhr einer bedeutenden Firma, die noch heute auf Haupt- und Turmuhren usw. spezialisiert ist. Die Firma ist bei google zu finden und man kann lesen, dass sie sogar selbst Glocken gießt.
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