Kunst und Trödel

 


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Schwarze Kunst Grundsätzliches zu Druck, Bindung, Einbänden, Lagerung, Restaurierung, Bilder von Bibliotheken, etc.

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Alt 20.02.2014, 14:11   #1
orthogonal
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Zu meinen Lieblingsseiten im Netz gehört die eines Restaurators, der immer wieder gute Hinweise für den Umgang mit altem Papier veröffentlicht. Als ich sie mir im Advent anschaute, war mein Bruder zufällig im Raum. Ich zeigte ihm Buchstützen, bei denen ich mir nicht sicher war, ob ich sie haben wollen soll. Er hat mir überzeugend davon abgeraten. Und dann lagen sie unterm Christbaum. Ich habe mich wohl gefreut, hatte aber bis heute keinen Anlass sie zu verwenden - bis ich etwas in meinem zerbröselnden Sagenbuch nachschlagen wollte. Schon schön.

Für das Bild habe ich die Elemente etwas auseinander gezogen. Wären sie zusammen wäre das Buch wirklich hervorragend unterstützt. Es ist übrigens nicht das Buch so klein, ich habe die größten Stützen bekommen. Eine Anleitung zum selberbasteln gibt es hier: http://www.atelierstrebel.ch/1_verwe...ilkissen.shtml
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tirvs_sr.jpg   buchstuetzen.jpg  

Geändert von orthogonal (20.02.2014 um 14:15 Uhr)
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Alt 22.02.2014, 18:49   #2
Winfried
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Bis heute nie gesehen. Sehr interessant und bei solch schadhaften Büchern
gut zu gebrauchen. Danke für's Zeigen.
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Liebe Grüße - Winfried



Das Bildchen zeigt ein Raerener Narrenpfeifchen des 16. Jahrhunderts aus Steinzeug

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Alt 10.03.2014, 10:01   #3
orthogonal
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Sehr praktisch beim Umgang mit empfindlichen Büchern sind Bleischnüre. Sie halten die Seiten offen, das Papier wird geschont, man hat beim Lesen die Hände frei bzw eine stabile Lösung für Ausstellungen. Ursprünglich gedacht sind diese Schnüre zum Beschweren von Vorhängen und Gardinen. Es gibt sie dementsprechend auch an den gleichen Orten zu kaufen. Ich habe damals für 1 Meter Bleischnur € 2 bezahlt. Es sind Bleiperlen, die auf eine Schnur gefädelt sind und mit einem Kunststoffgewebe ummantelt sind. Die Schnur lässt sich unkompliziert mit einer Schere zurechtschneiden und die Ummantelung anschließend wieder mittels Feuerzeug verschließen. Falls mehrere Arten zur Auswahl stehen, empfehle ich die schwerste zu nehmen.
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bleischnur.jpg  
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Alt 30.03.2014, 20:23   #4
orthogonal
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Meine Bücher sind voller Papierstreifen, die die interessanten Stellen markieren oder zusätzliche Daten enthalten. Es bietet sich natürlich an alte Parktickets, Kassazettel oder Post-Its zu verwenden. Nur tut man damit auf Dauer den Büchern nichts Gutes. Die Säure in diesen Lesezeichen verfärbt das Papier mit der Zeit. Man spricht dabei von "Verbräunung" - einem Schaden, der schwer zu beheben, aber leicht zu vermeiden ist. Säurefreies Papier kostet nämlich kaum etwas. Der letzte Bogen, den ich gekauft habe, war von Canson das Mi-Teintes Zeichenpapier, 160 g/m², 50 x 65 cm. So einen Bogen bekommt man für € 1,48 und er reicht für eine sehr große Menge an Streifen.

Es empfiehlt sich ein eher schweres Papier zu nehmen, damit sich das überstehende Stück des Streifens nicht einringelt. Bei den alten broschierten Büchern ist oft kein Hinweis auf den Inhalt am Buchrücken zu finden. Durch Beschriftung solcher Streifen findet man schneller das gesuchte. Man kann sie auch gut für weitere Hinweise nutzen, etwa wer hinter einem Pseudonym steckt, ob Seiten fehlen/zuviel sind, was man für die Restaurierung bezahlt hat, welcher Preis für ein ähnliches Buch bei einer Auktion erzielt wurde, etc.

Die Kerndaten, also wieviel ich wann und wo dafür bezahlt habe, notiere ich mit Bleistift klein auf einer der ersten Seiten. Meine Erfahrung mit den Härten: H lässt sich schon schwer radieren, alles ab 2B verwischt zu leicht. HB/B/2B eignen sich gut.
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papierstreifen.jpg   säureschaden.jpg  
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Alt 07.03.2018, 13:01   #5
mcadder
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Ich weiß, dass der Thread schon sehr alt ist, aber vielleicht ist es immer noch interessant.

Ich verwende zum Lesen meiner großen und empfindlichen Bücher, und derer hab ich viele, ein Knie Tablett für Laptops.

Diese Kissen sind mit kleinen Styropor Kügelchen gefüllt, ähnlich einem Sitzsack. Wenn ich das Kissen verkehrt, als mit der festen Seite nach unten auf den Tisch lege und dann eine Kerbe für den Buchrücken in das Kissen drücke, kann ich das Buch drauflegen und die Füllung stützt mein Buch ideal, auch bei großen und schweren Folianten.
Und diese Kissen gibts in verschiedenen Varianten zB bei Ebay für kleines Geld (~10€)
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Unterlage2.jpg   Unterlage1.jpg  
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Alt 08.03.2018, 13:14   #6
Winfried
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Interessanter Tipp, lieber mcadder,

so etwas werde ich mir zulegen, da mir manche Bücher inzwischen einfach zu schwer sind.
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Das Bildchen zeigt ein Raerener Narrenpfeifchen des 16. Jahrhunderts aus Steinzeug

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Alt 08.03.2018, 17:14   #7
orthogonal
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Hervorragende Idee! Vielen Dank fürs Zeigen!
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Alt 08.03.2018, 18:56   #8
Chippi
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Zitat:
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Interessanter Tipp, lieber mcadder,

so etwas werde ich mir zulegen, da mir manche Bücher inzwischen einfach zu schwer sind.
Die Bücher über Siegburger oder Raerener Steinzeug sind ja auch nicht gerade klein.

Gruß Chippi
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Alt 18.03.2018, 18:39   #9
Winfried
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Da hast Du recht, lieber Chippi,
aber noch nichts gegen den neuen Conrad Katalog: Technik, Service, Lösungen. Gerade erhalten, gefühlte 10 Kilo.
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Alt 18.03.2018, 19:48   #10
mcadder
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Ich glaub trotzdem nicht, dass der Katalog an eine Kurfürstenbibel mit 47x32x16 cm herankommt
Die übertrifft die 10 Kilo dann auch auf der Waage, nicht nur gefühlt.
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