Kunst und Trödel

 


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Alt 05.04.2020, 23:14   #1
Edixa
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Nun komme ich mal mit einer Frage, war zwar schon einmal da, aber als Antwort statt einem neuen Thema.
Es geht um eine Schale, 23 x 9 cm die irgendwo zwischen Porzellan und Keramik angesiedelt ist,. der Scherben ist hellbeige, die Wandung sehr dünn, etwas gerippt und am Rand durchbrochen, aber die Durchbrüche sind mit Glasur ausgefüllt, Es gibt eine Signatur und die Jahreszahl 78 auf dem Boden. Ich würde gern wissen wer die Schale wohl gefertigt hat und eventuell auch wie : Töpferscheibe ?
Mit Dank im Voraus
Helmut
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Alt 06.04.2020, 16:48   #2
Winfried
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Ja, lieber Helmut,

vor einigen Wochen habe ich mir diese Schale schon einmal angeschaut. Und inzwischen habe ich leider keine neuen Erkenntnisse dazu gewonnen.
Ich kann Dir aber verraten, welche Gedanken mir damals zu Deine Schale durch den Kopf gingen:

Erst dachte ich, der Boden der Schale sei beim Brennen im Ofen verbrannt, einfach zu heiß geworden.
Dann hatte ich die Idee, dass der Töpfer, dessen Signet ich immer noch nicht zuordnen kann, aus diesem vielleicht zufällig entstandenem hellen Boden, eine neue persönliche Note, quasi eine neue Richtung für seine Keramik entdeckt hat. Also aus der Not eine Tugend gemacht hat.

Die wundervolle spiralige Verteilung der Farben wird vielleicht auf der Töpferscheibe durch Experimentieren mit unterschiedlichen Drehgeschwindigkeiten entstanden sein. Das Zulaufen des durchbrochenen Randes wird mit der höchsten Geschwindigkeit erreicht worden sein, die dunkle Farbe mit geringerer Geschwindigkeit und vorsichtigem zentralem Aufbringen der Farbe und der helle zentrale Fleck durch scharfe Erhöhung der Brenntemperatur in der Mitte der Schale.

Aber vielleicht ist das alles auch nur Blödsinn, und es war alles ganz anders.
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Liebe Grüße - Winfried



Das Bildchen zeigt ein Raerener Narrenpfeifchen des 16. Jahrhunderts aus Steinzeug

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Alt 06.04.2020, 22:16   #3
Edixa
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Danke, lieber Winfried
für deinen ausführlichen Beitrag. Die Dicke und Haptik ist eigentlich wie Porzellan, aber ein Töpfer würde wohl kaum ein gegossenes Stück datieren und signieren. er ist oder war wohl ein absoluter Meister in seinem Fach. Darauf begründete ich meine Hoffnung dass jemand die Signatur kennt.
Liebe Grüsse Edixa
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Alt 07.04.2020, 00:39   #4
Winfried
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Kein Wort, lieber Edixa,

habe ich bei Deiner Schale über ihre Herstellung in einer Gussform geäußert, die Schale wurde auf der Scheibe gedreht, und die Schönheit der Glasur wurde vielleicht mit verschiedenen Geschwindigkeiten der Drehscheibe erreicht. Oder habe ich mich da missverständlich ausgedrückt?
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Alt 07.04.2020, 19:02   #5
Edixa
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Nein, lieber Winfried,
deine Botschaft war klar und deutlich. Es ist mein Problem dass ich mir nur schwer vorstellen kann wie man eine Schale in dIeser Wandstärke ( man muss ja noch die Glasur abziehen) auf einer Drehscheibe so exakt fertigen kann. Ich war mal mit einer Töpferin näher befreundet, daher habe ich in Errinnerung je dünner die Wandung umso schwieriger wird es. In diesem Fall wird es so erstaunlich gut gelungen. . Ich habe auch ein paar Bilder an ein Auktionshaus geschickt, wurde aber leider nur kurz abgespeist. Nun gut, wenn weder die Experten noch die Zaungäste Näheres wissen dann wird das Kapitel eben ohne Ergebnis abgeschlossen.
Liebe Grüsse Edixa
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Alt 08.04.2020, 01:14   #6
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der Boden, lieber Edixa,

lässt Feinsteinzeug erkennen. Die Technik der Bearbeitung von Feinsteinzeug war im letzten Drittel des 19. Jahrhunderts durch riesigen Firmen, wie z.B. Villeroy & Boch ausgereift und vielleicht hat der Künstler eine Vorgebrannte Schale in Halbzeugform erworben und sie dann mit seiner speziellen Glasurtechnik künstlerich nach seinem Gustuo gestaltet. Die Mitte der Schale sieht mir so aus, als habe der Töpfer sie dort mit einem Schweißbrenner besonders erhitzt.
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Alt 08.04.2020, 21:23   #7
Edixa
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Das ist, lieber Winfried,
des Rätsels Lösung, die Kombination von zwei verschiedenen Techniken. Dank deinem ernormen Durchblick !
Edixa
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Alt 09.04.2020, 12:57   #8
Winfried
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Das, lieber Edixa,

meinst Du aber jetzt hoffentlich nicht ernst, das mit dem Durchblick....
Ich halte es hier sehr genau mit Sokrates: Ich weiß, dass ich nicht weiß......
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